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Domgrabung: Knabengrab & Frauengrab unter den Bischofsgräbern unter dem Kölner Dom (März -- Juni 2005): ZDF Abenteuer Wissen (Sendung am 27. Juli 2005, 22:15 Uhr): Giftmord? Gewalttat?

Von Stefan Schneider, Jens Greuner, Chef-Archäologe/Ausgrabungsleiter Georg Hauser und vielen wissenschaftlichen Gästen

Pics by Mark Benecke

[Hitlers Gehirn und Zähne] [ZDF Nachtstudio "Blut"] [ZDF Nachtstudio "Mord"]

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Abenteuer Wissen mit Wolf von Lojewski

Schwierige Spurensuche

Neue Ermittlungen in einem 1500 Jahre alten Todesfall

Mit den modernsten kriminalistischen Methoden soll das 1500 Jahre alte Geheimnis der Kölner Frankengräber gelüftet werden. Wer waren die beiden Toten, deren Grab unter dem Kölner Dom gefunden wurde, und wie sind sie ums Leben gekommen? Um diese Fragen zu klären, sucht Dr. Georg Hauser, Leiter der Kölner Domgrabung, gemeinsam mit dem Kriminalbiologen Dr. Mark Benecke und dem Chemiker Dr. Bert Steffan nach Spuren, das sich für eine DNA-Analyse eignet.

Sendung vom 27. Juli 2005: Grabrätsel im Dom
 

(Text: ZDF)

Der Hohe Dom zu Köln

Für den Laien scheint die Chance, in der Grabung heute noch Spuren aus einer Zeit vor 1500 Jahren zu finden, verschwindend gering. Doch die beiden Spezialisten wissen aus ihrer Erfahrung, dass sich die Spuren der Vergangenheit in den seltensten Fällen ganz auflösen. Sie wollen die Identität und die Todesursache der Frau und des Knaben herausfinden. 

Dr. Georg Hauser

Die Spurensuche beginnt

Mit modernen wissenschaftlichen Methoden ist es möglich, mit Hilfe von winzigen Spuren Jahrhunderte alte Mordfälle zu lösen. Akribisch durchforsten die Experten noch einmal alle Unterlagen und Akten aus dem Jahr des Fundes 1959. Sie suchen nach Hinweisen und bislang versteckten Spurenträgern. Denn nach dem damaligen Stand der Forschung konnte man mit vielen Details und Fundstücken wenig anfangen, und entsprechend unbeachtet blieben sie über Jahrzehnte. 

Fotos der Fundstücke aus dem Jahr 1959

In den Tagebüchern der Ausgräber von 1959 und den Fundskizzen der beiden Gräber sind nur ein Röhrenknochen, Schädelfragmente und ein paar Zähne verzeichnet. Die Körper waren zu Staub verfallen. Die Historiker sind bis heute davon überzeugt, dass es sich bei den Toten um Mutter und Kind handelt, doch bis heute fehlen die Beweise. Nun soll ein DNA-Test Gewissheit bringen. Material für die Untersuchung ließe sich aus den Zähnen gewinnen, doch die sind spurlos verschwunden. Nun müssen die Experten weitere organische Überreste der Toten finden, um ausreichend Material für eine DNA-Analyse zu gewinnen.

Grabungsfunde in der Klimakammer

Ein vergessener Karton

Unter dem Dach des Domes liegt die Klimakammer der Restauratoren. Hier lagern Grabungsfunde aus den vergangenen Jahrhunderten. Sie sollen hier vor dem Verfall geschützt und für wissenschaftliche Untersuchungen bewahrt werden, auch die restaurierten Stücke aus den Frankengräbern: Stoffreste von Kissen und Kleidern, Fragmente der Schwertscheide und weitere kleinste Materialsplitter. 

Die Ermittler suchen hier nach Knochenresten und anderen noch brauchbaren Spuren. Aber alle Stücke sind damals zur Konservierung behandelt worden und deshalb für eine DNA-Analyse unbrauchbar. Doch dann entdeckt Georg Hauser eine wahre Schtazkiste: einen Karton mit unbehandelten Resten. Nur die Zähne bleiben verschwunden. 

Lederhandschuh aus dem Frankengrab

Spektakuläre Fundstücke

In dem Karton befinden sich spektakuläre Fundstücke wie zum Beispiel Lederhandschuhe aus beiden Gräbern. Nur persönliche Gegenstände sind damals ins Grab gelegt worden. Die Frau und auch der Knabe müssen die Handschuhe also getragen haben. Hautpartikel könnten noch darin enthalten sein und das Erbgut der Verblichenen preisgeben. Unter den Resten finden sie auch die lang gesuchte Haarlocke aus dem Knabengrab. Wird es dem Kriminalbiologen und dem Chemiker nun gelingen, die Verwandtschaft zu beweisen? 

Dr. Mark Benecke

Ein Teil der Funde wird bis heute im Grabungsbereich gelagert, weil man fürchtet, Klimaschwankungen könnten sonst Schaden anrichten Dr. Mark Beneke überprüft, ob es noch organische Spuren im Grab gibt, die bei der Entdeckung im Jahre 1959 übersehen worden waren. In den Ritzen der steinernen Grabkammer findet er kleine Steine, und unter der Lupe entdeckt der Forensiker verdächtige Flecken. Er vermutet, dass es sich höchstwahrscheinlich um Leichenflüssigkeit handelt, die in den Stein eingedrungen ist und sich dort erhalten hat. 

Weiter mit: Modernste Methoden und Technologien

Auch der Chemiker Dr. Steffan überprüft Zentimeter für Zentimeter die beiden Gräber. Was für das ungeübte Auge aussieht wie Erdkrümel, hat für ihn sensationellen Wert: Er findet noch Reste aus dem Knabengrab, die bisher nicht untersucht wurden. Der Teil, der das Kopfkissen war, könnte Reste von Knochen, Körperfetten, Blut und anderen Flüssigkeiten enthalten. Dr. Steffan entnimmt Proben für die Analyse. Vielleicht taugt einer dieser Funde für die DNA-Untersuchung.

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Dipl.-Biol. Dr. rer. medic. Mark Benecke, Certified & Sworn In Forensic Biologist, International Forensic Research & Consulting, Postfach 250411, 50520 Cologne, Germany, E-mail forensic@benecke.com, http://www.benecke.com/, FAX +49-221-660-2644, Phone & SMS +49-173-287-3136. Last change June 18, 2005.