2004-03 die criminale niederrhein: 7 Fragen an ...
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7 Fragen an ...
Von Erwin Kohl
die Criminale: Autopsien zählen zumeist zu den eher ekelerregenden Krimipassagen. Ihre Publikumsveranstaltungen haben dagegen schon fast Entertainmentcharakter. Besteht Ihre Intention darin, ihren Beruf populär(er) zu machen?
Mark Benecke: Ich bin kein Rechtsmediziner, drum mach ich auch keine Sektionen. Dass viele Leute meine Darstellungen interessant und unterhaltsam finden, wundert mich selbst. Scheint irgendwie ein Bedürfnis zu sein, sich mal mit den dusteren Seiten der Welt (natürlich gemütlich im Sessel sitzend) auseinanderzusetzen.
die Criminale: Sehen Sie eine Leiche noch als Mensch oder schon als Objekt ihrer Wissenschaft?
Mark Benecke: Objekt, ganz klar. Mit den Leichen habe ich eh nichts zu tun, ich suche und sehe nur biologische Spuren. Ich bin Biologe.
die Criminale: Gibt es Dinge, vor denen selbst Sie sich ekeln?
Mark Benecke: Spinnen und Leberwurst.
die Criminale: Stimmt es eigentlich, das Sie anhand eines Leichenteiles die Haarfarbe des Opfers definieren können?
Mark Benecke: Klar, an den Haaren an diesem Leichenteil.
die Criminale: Kann ein Mörder Sie ganz bewusst täuschen und so entkommen?
Mark Benecke: Keine Ahnung, ich bin ja kein Polizist und verfolge daher keine Täter. Spuren zu fälschen ist ganz schön schwer, da müsste schon ein böser Mr. Mastermind anrücken. Möglich ist aber alles. Ich arbeite darum nie allein, so dass hoffentlich einer im Team merkt, wenn wir neben der Spur laufen.
die Criminale: Als Buchautor und Kriminalbiologe bietet es sich doch förmlich für Sie an, einen Krimi zu schreiben. Haben Sie schon mal darüber nachgedacht?
Mark Benecke: Dafür habe ich leider kein Talent. Ich bin ein Nerd, der sich nicht gut in die Gefühle der LeserInnen und erst recht nicht in die notwendige Dramaturgie einfühlen kann. Ich lese darum auch keine Romane. Für mich ist die Wirklichkeit spannender, verrückter, unglaublicher und liebenswerter als die Fantasie.
die Criminale: Was bedeutet für Sie persönlich die "Criminale"?
Mark Benecke: Äh, kenne ich nicht. Wenn Menschen mich einladen, mit ihnen zu sprechen, dann komme ich. Auch sehr gerne zur Criminale. Ich lass mich überraschen.
Vielen Dank an Mark Benecke
(c) die criminale/Erwin Kohl.
Last update of this page on April 16, 2005.
Mark Benecke, Ph.D., Certified & Sworn In Forensic Biologist, International Forensic Research & Consulting, Postfach 250411, 50520 Cologne, Germany; E-Mail: forensic@benecke.com, www.benecke.com, Text / SMS only +49-173-287-3136.